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Die Jenseitsvorstellungen des Islam

Islam bedeutet "Hingabe an Gott". Die jüngste der Weltreligionen betont als kompromissloser Monotheismus die Einzigartigkeit Allahs und das Hineinwirken Gottes in das tägliche Leben der Menschen. Der Koran gilt als ewige und umweglose Offenbarung Gottes, die dem Propheten Mohammed, dem Vorbild des gottgefälligen Lebens, vom Erzengel Gabriel überbracht wurde.

Der Glaube an den einen und einzigen Gott Allah ist das Herzstück des Islam. Der Muslim gibt sich diesem Gott vorbehaltlos hin und verehrt ihn bis zur bedingungslosen Unterwerfung unter seinen Willen und Ratschluss. Den Menschen erschuf Gott aus Erde bzw. Lehm. Auch im Islam gibt es die Vorstellung einer Seele im klassischen Sinne. Alles dem Menschen widerfahrene ist von Gott vorherbestimmt. Dabei darf jedoch auch hier die Verantwortlichkeit der Menschen nicht vergessen werden. Jedes Werk wird von Gott im Menschen geschaffen, aber der Mensch stimmt diesem Werk zu und übernimmt es für sich in einer "Aneignung", was ihm das Gefühl der Freiheit verleiht.

Der Hauptfeind des islamischen Gottesbegriffs ist der Polytheismus (Verehrung mehrerer Götter). Jesus wird im Koran verehrt, allerdings nicht als Sohn Gottes, sondern vielmehr als Prophet. Die christliche Vorstellung des Gottessohnes Jesus Christus ist für den Islam im Prinzip auch ein "verkappter Polytheismus".

Der Glaube an den Jüngsten Tag und an Allahs strenges Gericht über das irdische Leben und Handeln der Gläubigen bildet ein wesentliches Moment des Islam. Der Tod bedeutet für die Muslime die Trennung von Leib und Seele, wobei spezielle Todesengel (Diener Gottes) die Seele des Menschen zum Himmel geleiten. Das Endgericht, als "große Katastrophe" bezeichnet, wird ähnlich martialisch und farbig dargestellt wie in der Johannes-Apokalypse des Christentums. Das Gericht Gottes zitiert die in Büchern festgehaltenen Taten des Menschen und hält sie diesem vor. Danach verkündet Gott allein das Urteil und scheidet die Erlösten von den Verdammten. Sowohl die Qualen der Hölle als auch die Freuden des Paradieses werden sehr sinnlich und drastisch ausgemalt. Bei der Anrechnung der guten Taten zählt nicht der Glaube allein, sondern auch seine praktische Äußerung, also die Verbindungen von Glauben und geleisteten guten Werken. An mehreren Stellen erwähnt der Koran die Überfülle an Speisen und sinnlichen Genüssen im Paradies. Die Anschauung Gottes wird allerdings nur für einige von Gott erwählte Gläubige und auch immer nur für einige Augenblicke möglich sein.

 

Quelle: Dr. P. Schmidt, fphschmidt.de

 

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