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Die Jenseitsvorstellungen des Christentums

Der Gottesbegriff des Christentums, des Judentums und auch des Islam weisen starke Gemeinsamkeiten auf. Das liegt daran, dass das Alte Testament die Schrift des Judentums ist, aber auch in die christlichen Schriften mit aufgenommen wurde, und der Koran, die Schrift des Islam, als Grundlage das Alte Testament hatte.

Das Gottesbild des Christentums wird von der Trinität (der Dreieinigkeit) bestimmt. Es gibt einen Gott in drei Erscheinungsformen: als Vater, als Sohn und als Geist.

Gott ist der Schöpfer von allem, auch des Menschen, dem er sich gezeigt hat. Er hat mit den Menschen einen Bund geschlossen, er hat dem Menschen seine Gebote verkündet und ist der Herr der Geschichte und des Gerichtes. Der Mensch selbst besteht aus Geist (Seele) und Leib.

Das Christentum betont die Freiheit des Menschen, die auch zur Wahl des moralisch Schlechten führen kann. Der Mensch hat also die Freiheit sich von Gott abzuwenden, weshalb der Gedanke der Sündigkeit des Menschen im Christentum eine große Rolle spielt. Als einzige monotheistische (nur ein Gott) Religion verbindet das Christentum das Böse in der Welt seit dem Sündenfall von Adam und Eva im Paradies mit dem Gedanken der "Erbsünde". Jesus Christus kommt damit die ultimative Erlöserrolle zu, da durch Missbrauch der menschlichen Freiheit Unordnung und Leiden in der Welt entstanden sind. Durch die Erbsünde sind alle Menschen erlösungsbedürftig - daher gilt die Heilstat Jesu Christi in seiner Menschwerdung (Inkarnation) auch für alle Menschen. Aber auch im Christentum sind die Menschen aufgerufen selbst etwas für ihr Heil zu tun. Im Sinne der Bergpredigt soll ein Mensch den anderen lieben, ihm verzeihen und ihm Gutes erweisen, da man Christus selbst im Nächsten begegnen kann.

Auch das Christentum glaubt an die Unsterblichkeit der Seele aber verschärft dazu auch an die leibliche Auferstehung nach dem Tode. Christi Opfertod gilt als Voraussetzung für das Heil des Menschen, wenn er um das Geschehen weiß. Für die Kirche ist Rechtgläubigkeit eine Voraussetzung für die Erlösung, also Übereinstimmung des Gläubigen mit den Lehren der Kirche. Hier gibt es jedoch einen kleinen Unterschied zwischen den Protestanten und den Katholiken. Im protestantischen Sinne ist der Mensch vollkommen von der göttlichen Gnade abhängig, um zum Heil geführt zu werden. Ohne die göttliche Gnade vermag der Mensch nichts zu tun. Die Katholiken sehen die Gnade Gottes zwar als Voraussetzung für das Heil, aber jeder Mensch kann selbst etwas für sein Heil tun.

Die Christen sehen Gott als gerechten Richter, der die taten der Menschen abwägt. Er belohnt die Gerechten und bestraft die Sünder. Die endgültige Vergeltung der im Leben begangenen Taten findet erst nach dem irdischen Leben statt. Die Gerechten gehen ins ewige Leben ein, eine Art Paradies, wo man in Gottes Angesicht blickt, mit ihm zusammen am Tische sitzt und mit ihm herrscht von Ewigkeit zu Ewigkeit (Mt. 19, 28). Die im Zustand der Todsünde Gestorbenen kommen nach dem Tod in die Hölle, und zwar für ewig. Sie erleiden dort dreifache Strafe: den Verlust des Anblickes Gottes, die Empfindung der (Körper-)Qualen und die ständige Selbstanklage durch das eigene Gewissen. Die Auferstehung der Toten dagegen ist eine leibliche; der auferstandene Leib gilt als makellos und unverweslich.

Quelle: Dr. P. Schmidt, fphschmidt.de

 

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