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Die Jenseitsvorstellungen des Buddhismus

Der Mensch im Buddhismus gilt als etwas Seelenloses und nicht Wesenhaftes. Er ist eine Zusammenballung von Daseins-faktoren (Dharmas). Diese Daseinsfaktoren werden in fünf Gruppen eingeteilt:

Körper; Empfindungen; Wahrnehmungen; Triebkräfte; Bewusstsein

Im Buddhismus gibt es daher kein "Ich". Jedes Leben bedeutet im Buddhismus Leiden, da es Krankheit, Alter und Tod unterworfen ist. Der Mensch bildet kein einheitliches Ganzes, sondern eine Kombination von Einzelbestandteilen, die sich immer wieder verbinden, lösen und neu verbinden. Daher besitzt der Mensch auch keine unsterbliche Seele (ein Selbst), die beim körperlichen Zerfall unberührt bestehen bliebe. Der Mensch ist daher dem stetigen Werden und Vergehen ausgesetzt, wobei jedoch die Einzelfaktoren einer strengen Gesetzmäßigkeit unterworfen sind. Durch die Kooperation der Daseinsfaktoren entsteht überall der Schein der Einheitlichkeit, wie etwa beim Menschen der eines "Selbst". Der ständige Strom der Daseinsfaktoren wird auch durch den Tod nicht unterbrochen. Sie wirken über den Tod des konkreten "Individuums" hinaus und schaffen in neuen Kombinationen die Grundlage für die Existenz eines neuen "Individuums". Im Buddhismus gibt es also keine Seelenwanderung wie im Hinduismus, sondern eine echte Wiederverkörperung, da es im Buddhismus keine Seele im klassischen Sinne gibt.

Ziel eines jeden Buddhisten ist es dem Leiden und damit der Wiedergeburt zu entfliehen und ins Nirwana, eine Art Paradies oder Himmel, zu kommen. Der Buddhismus kennt daher auch keine Angst vor dem Tod, da der endgültige Tod ja den Eingang ins Nirwana bedeutet, sondern nur die Angst vor dem Wiedergeboren werden. Durch gute Taten kann eine gute Wiedergeburt erfolgen, durch schlechte Taten erfolgt eine schlechte Wiedergeburt. Im Buddhismus ist allerdings die geistige Einstellung des Handelnden am wichtigsten. Was wir frei von Begehren, Hass oder Verblendung tun, wirkt sich positiv aus; das Handeln ohne Begierde auf Erfolg, ohne den Wunsch, jemanden zu schaden, und ganz allgemein das nur von der Vernunft geleitete Handeln fördern die Erlösung. Alles jedoch was mich durch "Mein" und "Ich" ans Dasein bindet (Materialismus, Habsucht, Gier) schadet der Erlösung. Dieser Mensch wird auch als "Unwissender" bezeichnet, da er die Leidens-Zusammenhänge der Welt nicht erkannt hat.

Das individuelle Leben eines Buddhisten ist von Anfang an auf den Tod hin angelegt und wird vom Leiden beherrscht. Die "Nicht-Sterblichkeit" bzw. der Zustand der Erlösung meint im Buddhismus kein Fortdauern der individuellen Existenz, sondern die Überwindung der Individualität (Selbstverleugnung).

 

Quelle: Dr. P. Schmidt, fphschmidt.de

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